Travelling Iran Pt. I – Teheran – #seeyouiniran

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 Hallo ihr Lieben! Wie ihr vielleicht hier oder auf unserem Instagram Account mitbekommen habt, war ich im März mit meinem Freund für drei Wochen im Iran. Ja richtig – im Iran. Vielleicht geht es euch, wie mir vor meiner Reise und ihr habt den Iran bisher noch nicht in irgendeiner Form als Reiseland wahrgenommen. Als ich mich jedoch nach dem Vorschlag meines Freundes durch Reiseblogs und Reiseführer geklickt habe, war ich schnell überzeugt. Die Überzeugung hat auch während meiner Reise angehalten und mir wurde schnell klar, dass ich definitiv zurückkehren möchte! Das Land ist fast sechsmal so groß wie Deutschland, also gibt es noch sehr viel zu entdecken.  Ich habe euch ja bereits angekündigt, dass ich einen kleinen Reisebericht schreiben will. Aus einem kleinen Reisebericht wird wohl ein etwas längerer Reisebericht werden, den ich in mehrere Beiträge aufteile. Ich habe mir überlegt persönliche Reisererfahrungen und nützliche Informationen, die mir vor der Reise ein bisschen gefehlt haben, in den Beiträgen zusammenzutragen. Wer also vorhat, in den Iran zu reisen oder Lust hat, sich ein bisschen inspirieren zu lassen, dem wünsche ich viel Spaß beim Lesen…

As I told you a few times last month or maybe you also saw it on our Instagram I was travelling through Iran with my boyfriend for three weeks in March. Yes you heard right, I said Iran. Before we were travelling it did not thought of Iran as a country to go for vacation. I completely changed my mind though after reading articles, travel blog posts and travel guides before we went. My expectations were more than fulfilled and I already know that I want to see more of that beautiful country. So, because of that I decided to write a blog post about my experiences. As we experienced a lot and I also want to share some information that might be useful for people who consider travelling there as well there will be more than one blog post. Today I start with some general stuff and what we did in Tehran. I hope it is informative, maybe inspirational and fun to read for you…

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Die Flüge von Berlin nach Teheran sind teilweise sehr günstig zu bekommen. Wir haben weniger als eine Woche vor unserem Abflug gebucht (!) und  nur 400€ bezahlt. Hätten wir einen Monat früher gebucht, wären es nur knapp 2/3 des Preises gewesen. Wir sind mit der Airline Germania geflogen und hatten einen sehr komfortablen Direktflug, der nur knappe fünf Stunden gedauert hat. Meines Wissens nach, ist dies die einzige Airline mit Direktflügen von Deutschland aus. Wir waren vorher ein bisschen unsicher, weil wir kaum etwas von Germania gehört hatten. Die Airline ist ein bisschen auf Flüge im Nahen Osten spezialisiert. Das Essen war super und wir haben und mit enem guten Film verging die Zeit wie im Flug, haha. 😉

Flight

There are very cheap flights from Berlin to Tehran. We booked less that a week before and only paid around 400€ for a direct flight. There are also cheaper flights with a stop in Turkey. But also for our flight, if we had booked a couple of weeks earlier we would have probably paid around 100€ less. We took the Germania Airline which specializes on the middle east. We were about unsure because we barely heard of that airline before but it was very convenient. The food was good and the flight only about 5 hours.

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Transport

Vom Flughafen aus sind wir mit dem Taxi zu unserer Unterkunft gekommen. Taxen sind im Iran, anders als in Deutschland, das Hauptfortbewegungsmittel und daher auch viiieeeel günstiger. Der Flughafen für Auslandsflüge liegt allerdings ziemlich weit außerhalb der Stadt, weshalb man für eine Fahrt bis zum Zentrum (aktuell! – Inflation lässt grüßen) ca. 15€ bezahlt. Wir haben übrigens die Erfahrung gemacht, dass man tatsächlich etwas weniger zahlt, wenn man ein Taxi in einem Taxibüro am Flughafen oder über eine Taxihotline bucht. Grundsätzlich wird zwischen privaten und kollektiven Taxen unterschieden. Zweitere sind natürlich wesentlich günstiger, dafür aber auch wesentlich komplizierter zu benutzen. Zum Ende der Reise hin haben wir verstanden, dass es am besten ist, sich an den Straßenrand zu stellen und zu warten bis man von einem Fahrer angehupt wird. Sitzen in dem Auto dann bereits schon Leute drin, könnt ihr euch sicher sein, dass ihr ein kollektives Taxi erwischt habt. Wenn alle Stricke reißen, könnt ihr dem Taxi fahrer versuchen zu sagen, dass ihr ein „No Darbast“ wollt, also kein privates Taxi. Andersherum funktioniert das natürlich auch. Die kollektiven Taxis, also die „no Darbasts“, sind natürlich inoffiziell (auf jeden Fall keine gelben Autos mit Taxikennzeichnung).

Grundsätzlich gibt es natürlich auch Busse und in vielen Städten Ubahnen. Oft gibt es separate Männer- und Frauenabteile. Vor allem im Bus muss man manchmal aufpassen, wo man einsteigt. Wenn aber mal etwas schief läuft, ist das natürlich auch kein Problem. Gerade, wenn Leute mitbekommen, dass man Tourist ist, wird man unglaublich freundlich und hilfsbereit behandelt.

Transportation

We took a taxi to get from the airport to our place which was a bit more expensive because Teheran is huge and the airport is quite far from the center. Normally though taxis are quite cheap and kind of the main way to get from one place to another. There is a difference between public and private taxis. Private taxis are more expensive and if your are not familiar with the language and you have some time in advance you might save some money if you book it on a taxi hotline, especially when you want to travel long distances. In Tehran we tried to use collective taxis as much as we could. They are not only cheaper but also fun to ride as you may meet new people. After trying our best with saying „no darbast“, which kind of means „not a public taxi“, after entering the taxi, we figured out that the easiest way to get a collective taxi is to wait on the side of the street and wait for a car to honk at you. If there are more people than the driver in the car, it should be a „no darbast“.

Of course there is also „normal“ public transportation like busses and metro. They often have separated departments for men and women. Especially in the bus you should be careful on which door you enter. If something goes wrong tough that should not be a problem. Especially when people recognize you as a tourist they are very kind and helpful.

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Visum

Wir haben ein Visa on Arrival (VoA) bekommen. Man kann, wenn man sichergehen möchte, dass alles klappt, natürlich auch vor der Reise bereits ein Visum bei der Botschaft beantragen. Für das Visum haben wir 50€ pro Person bezahlt. Ich habe mir ziemlichen Stress gemacht, dass irgendwas fehlen oder schiefgehen könnte. Im Endeffekt brauchte ich nicht mal eine Auslandskrankenversicherung vorzeigen (sollte man natürlich trotzdem immer haben!!!). Es empfiehlt sich wohl ein Passbild für das Visum dabei zu haben, wurde von mir aber auch nicht gebraucht. Das einzige, was klar sein sollte, ist die Unterkunft. Wir haben bei Freunden von Freunden aus Berlin gewohnt und dachten, es wäre blöd die Adresse rauszurücken und haben stattdessen eine Hoteladressse vorgezeigt. Das Hotel war sozusagen unser Plan B, falls irgendwas mit der Unterkunft nicht klappt. Die hat aber nicht genügt, man hätte auf jeden Fall eine Hotelreservierung gebraucht. Im Endeffekt haben wir dann also doch die Adresse und Telefonnummer unserer Bekannten rausgegeban, was aber auch kein Problem war. Sie wurde bisher nicht belästigt oder sonst irgendwas. Einen Kontakt, den ihr im Land habt und bei der Beantragung des Visums angibt, nennt man übrigens auch „Sponsor“ (falls ihr irgendwo auf den Begriff stoßen solltet).

Visa

We got a Visa on Arrival (VoA) at the airport and paid 50€ each. If you want to make sure that everything goes well you can of course also apply for a visa at the embassy but actually we did not hear any bad stories about problems with the visa of any tourist we met. All you need is a place or address where they can contact you, a hotel reservation is also sufficient. We gave the name and number of our friends (our sponsor). We brought a picture and insurance to get the visa because we read it on the intenet before, they requested none of it tough. However I think it is important to bring both (especially the insurance).

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Dresscode

Natürlich habe ich mich im Vorfeld bereits informiert, was ich auf meiner Reise so tragen kann und was nicht. Dabei bin ich auch auf den Instagram Kanal „The Teheran Times“ gestoßen und mich dort ein bisschen inspirieren lassen – schließlich wollte ich ja trotzdem ein paar schicke Urlaubsfotos für Blog und Instagram entstehen lassen ;). Pflicht sind bedeckte Arme und Beine, ein Kopftuch (Hidschāb) und generell etwas weitere Kleidung rund um den Po und die Hüften. Typischerweise tragen die (meist sehr modebewussten) Frauen dort lässige Mäntel aus verschiedensten Materialien und in verschiedensten Farben, sogenannte Manteaus. Ich habe mich sehr in dieses Kleidungsstück verliebt und gleich einige Exemplare mitgebracht. Bevor es dort jedoch ans shoppen ging, bin ich auch gut mit einfachen Trenchcoats, Oversizehemden und Jeans ausgekommen. Die Jeans dürfen übrigens auch Skinny sein, solange genannte Regionen bedeckt sind. Da wir viel gelaufen sind, waren Sneakers mein ständiger Begleiter, allerdings sind auch nackte Füße in Sandalen erlaubt. Permanent ein Hidschab zu tragen ist natürlich eine Umgewöhnung, aber gerade an Bad Hair Days, fand ich es gar nicht mal so unpraktisch. Wie viele Haare dadurch bedeckt sein sollten, ist übrigens von Stadt zu Stadt unterschiedlich. In Teheran und Shiraz jedenfalls, war alles ziemlich lässig. Wenn dann man dann doch mal etwas daneben liegt, gibt es die Moralpolizei, vor der ich glücklicherweise verschont blieb. Grundsätzlich habe ich aber auch von anderen gehört, dass diese, wenn sie mitbekommen, dass man Tourist ist, eher zurückhaltend agieren.

Of course I checked some articles and blogpost about that topic in advance. I found the Instagram Channel „The Teheran Times“ very inspirational and nice when I was planning my wardrobe. You need to cover your legs, your arms (at least up to the elbows) and wear a hijab. Furthermore you need to wear loose clothes around your hip and butt. Typically Iranian women (of which the most are very fashionable!) wear some kind of loose, thin coat the so called manteau. I really loved that kind of clothing and bought several ones on our vacation. Before I went shopping however I wore my trenchcoats, oversize shirts and jeans. You can also wear skinny jeans and leggings btw. as long as you cover the mentioned regions of your body. I wore sneakers most of the time but you can also go for bare feet in sandals. Of course it was very unusual for me to wear a hijab all the time, but you get used to it and I sometimes even appreciated it when I had a bad hair day. If you travel to the south though make sure to take a thin scarf as it can get quite warm underneath. How strict you need to cover your hair depends a bit on the city, in Tehran and Shiraz the women showed a lot of their hair. If something went wrong with your outfit you might get admonished from the moral police (which fortunately never happened to me). If you tell the you are a tourist though nothing bad should happen, that is at least what I heard.

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Teheran

Teheran ist in der Regel der Ausgangspunkt der Reise durch den Iran und die meisten Reisenden verweilen nur kurz dort, uns jedoch hat es dort richtig gut gefallen. Die Stadt ist riesig, tagsüber halten sich ca. 12 Millionen Menschen in der Stadt auf und eine Ubahnfahrt kann locker mal eine Stunde dauern. Aufgrund der Größe kann man sich schnell mal verloren fühlen oder überfordert sein. Lernt man jedoch Tehranis kennen, die einem ein bisschen bei der Orientierung helfen, wird die Stadt wahnsinnig spannend und man kann vieles entdecken. Wir haben uns fast alle Hauptsehenswürdigkeiten angesehen und wurden nicht enttäuscht. Vor allem der Golestanpalast ist prächtig und gibt eine tolle Einstimmung auf das, was noch während der Reise kommt. Teheran liegt am Fuße des Elbursgebirges, so dass man dort zum Beispiel auch die Möglichkeit hat wandern zu gehen oder Ski zu fahren (was wir jedoch leider zeitlich nicht geschafft haben). Es gibt jedoch auch weniger sportive Anlässe die anliegenden Berge zu erkunden. Besonders hier zu nennen sind das „Dach von Teheran“ (Bame Tehran), das eine atemberaubende Aussichtsplattform bietet und (mein persönlicher Favorit) Darbant. Darband ist eine Café- und Restaurantmeile und Wanderweg zugleich. Wir waren abends dort und die Atmosphäre war einfach märchenhaft. Last but not least ein kleiner Restauranttip. Das Restaurant Moslem, das neben dem großen Basar im Stadtzentrum liegt ist nicht ohne Grund im ganzen Land bekannt. Es bietet um die Mittagszeit herum im unglamurösen Stil einer Kantine das wohl beste Essen, das wir während unsere Reise gegessen haben. Unsere Lieblingsgerichte waren Shirin Polo (Hühnchen mit Bitterorange und Pistazie) und Albaloo Polo (Hühnchen mit Sauerkirsche). Abgerundet mit ein bisschen Zwiebel- oder Dilljoghurt sind die beiden Speisen zum hereinlegen…

For many travellers the journey starts in Tehran, however most of the people only stay they for a short time. But we really liked it. The city is huge and they say that during the day there are more than 12 million people in Tehran. A ride with the metro from the north to the south can take about an hour and you can easily feel overwhelmed and lost. But if you have the chance to meet Theranis and let them show you their city you will be surprised of the beauty, variety and magical atmosphere of it. We checked out most of the main sights including Niavaran Palace, Big Bazaar, Golestan Palace and  Darbant. The Golestan Palace is stunning  and gives you a first idea of what else you will see on your journey. As Teheran is in the mountains you can also go for hiking and skiing, which we unfortunately did not manage to do. But you can also visit the mountains for short trips to Bame Tehran (which means roof of Tehran) a viewing balcony or Darbant. I think Darbant was one of the nicest things for me in Tehran. It is something like a amusement district/street in the middle of the mountains. It is kind of a trail with restaurants and shops on both sides and with a lot of nature at the same time. Especially at night the atmosphere is magical. Last but not least a little restaurant recommendation: you should definitely check out Moslem Restaurant which is next to the big bazaar. It is very crowded during lunch and looks more like a canteen but for me it was the best food we had during our trip. The portions are huge and very fresh. We ate there twice and my favourite dishes were Shirin Polo (chicken with bitter orange and pistachio) and Albaloo Polo (chicken with sour cherries). Eat it with a bot of onion yoghurt and you will be in food heaven…

 

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Die größte Hilfe beim zurechtfinden im Großstadtdschungel und der Eingewöhnung im Land, konnte aber weder der Lonely Planet, noch Tripadvisor bieten. Es gibt eine großartige Facebookgruppe mit dem Namen seeyouiniran, in der sowohl Einheimische als auch Touristen sich austauschen. Oft haben wir dort Fragen gestellt mit Vorlauf gestellt und innerhalb von Minuten duzende Antworten bekommen, die uns helfen konnten. Letztendlich waren es aber meistens die Menschen, die wir auf der Straße kennengelernt haben und die für uns mit den Taxifahrern verhandelt, uns bis zu einer von uns gesuchten Sehenswürdigkeit geführt haben oder uns beim Geldwechseln oder sonstigen organisatorischen Tätigkeiten einfach geholfen haben. Die genannten Sachen stellen nur einen Bruchteil der von uns erfahrenen Gastfreundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Gutherzigkeit dar, die wir immernoch nicht so ganz begreifen können und die die Reise definitiv unvergesslich gemacht hat. Vielen Dank an dieser Stelle an Maryam, die eine zuckersüße Gastgeberin war und nicht einmal gefragt hat, wie lange wir eigentlich bleiben wollen. Allen voran stand in Teheran jedoch der liebe Hamoon, der uns nicht nur geholfen hat, sondern ein richtiger Freund geworden ist. Wir wünschen uns sehr, ihn und seine bezaubernde Freundin wieder zu sehen. Ohne euch beide wären unsere Erinnerungen an Teheran nicht mal halb so schön!

The greatest help for orientating in this huge city could not be provided by the Lonely Planet or TripAdvisor. There is an amazing Facebook group called seeyouiniran that helped us with a lot of things. There are Iranians as well as former/future/current tourists in the group who are giving super helpful answers within seconds. However the biggest help for us was provided by the people that we met on the street, that showed us the way to a sight, negotiated for us with taxi drivers and helped us not getting lost. The things I just listed are only a fraction of the hospitality, helpfulness and kindness we experienced and which can not be described with words and definitely  made our stay unforgettable. I want to say thank you to Maryam who was such a sweet host and never asked how long we actually want to stay. Moreover in Tehran it was Hamoon who did not only helped us to the maximum but also got a real friend. We really miss him and hope to meet him and his lovely girlfriend again. Without you our memories of Tehran would not be half as beautiful!

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3 Kommentare

  1. Alexandra
    Mai 10, 2016 / 15:17

    OH! I love this Post!!!! I love the pictures and the colours!!!! keep doing as you guys are!

  2. Na Tha
    Mai 16, 2016 / 19:15

    Einfach Wahnsinn, das klingt nicht nur alles wirklich unglaublich toll, sondern ist durch die bombastischen Bilder auch wirklich fast greifbar geworden und wird einem so sehr nah gebracht! Definitiv durch deinen Post auf meine Reisezielliste gerrückt!:)

  3. April 26, 2017 / 12:50

    So jetzt hab ich endlich mal deinen Post gelesen! Total spannend -mich würde das als Reiseziel auch sehr interessieren!

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